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Schulprofil

Berufspraktikum in Ecuador

Seit 2010/11 kooperiert die Evangelische Fachschule für Sozialpädagogik Reutlingen mit der deutschen Schule in Cuenca, einer ecuadorianischen Stadt hoch in den Anden Lateinamerikas. Für den ecuadorianischen Kindergarten sollte damals ein neues Konzept entwickelt werden: ein erweiterter Blick auf das kindliche Spiel, die Einführung des Freispiels sowie die Etablierung der Projektmethode für die Bildungsarbeit am Kind. Später erweiterte sich die Bildungsarbeit um das WWH-Konzept (Weltwissen-Haus). 

Konzeption Fremdsprachenerwerb: deutsche „native speaker“ in der Kita in Ecuador

Heute arbeiten im Kindergarten regelmäßig pädagogische Fachkräfte aus Ecuador und aus Deutschland zusammen. Für die sprachliche Förderung der Kinder wurde die sogenannte Immersionsmethode eingeführt, das heißt die zu lernende Sprache wird in der Kita konsequent neben der Erstsprache als Alltagssprache verwendet. Die jeweilige Fachkraft spricht also das Kind ausschließlich in ihrer Muttersprache an und ermutigt das Kind, in dieser Sprache zu antworten. Damit wird das Grundprinzip "eine Person - eine Sprache" erfüllt und es kommt zu keinen Sprachvermischungen. Die als „native speaker” eingesetzten Erzieherinnen vermitteln mit und neben der Sprache auch die Kultur des Landes.

Begeisterte Berichte

Die Mitarbeit im Kindergarten der deutschen Schule in Ecuador bedeutet eine wertvolle Auslandserfahrung. Unsere Berufspraktikantinnen, die diese Chance ergreifen, berichten immer wieder ganz begeistert von ihrem Jahr in Ecuador:

  • Bereichernd ist der Umgang mit Andersdenkenden, anderen Kulturen und anderen Eltern, sowie auch die Arbeit in gemischten Teams aus unterschiedlichen pädagogischen Denkweisen.
  • Die Persönlichkeit wird gestärkt bezüglich Durchhaltevermögen, neuen Erfahrungen in der pädagogischen Arbeit, Reflexion des Gelernten …
  • Die kommunikative Kompetenz wird erweitert und bezieht auch nicht-sprachliche Kommunikationsmöglichkeiten mit ein.

Zum Praxisbesuch in Cuenca

Auf eine enge Theorie-Praxis-Verzahnung in der Erzieherausbildung legen wir großen Wert. Für die Betreuung im Berufspraktikum hat Dozent Martin Mohr kürzlich mehr als 10.000 Kilometer zurückgelegt: Er reiste nach Cuenca in Ecuador, um fünf angehende Erzieherinnen während ihres Praxiseinsatzes zu begleiten. Aus dem aktuellen Kurs waren Victoria, Sophia, Isabel, Madita und Sina erfolgreich mit ihrer Bewerbung. Seit letzten September arbeiten sie im Kindergarten der deutschen Schule in Cuenca. Alle anderen aus ihrer Klasse haben eine Praktikumsstelle im Umkreis von 50 Kilometer um Reutlingen. „Die Schülerinnen müssen ja einige Prüfungsaufgaben und schriftlichen Arbeiten erledigen“, so Mohr, „das versuchen wir über E-Mail und Skype zu begleiten. Da die fünf Praktikantinnen nicht an den regulären Studientagen teilnehmen können, haben wir das in Kompaktform durchgeführt, während ich in Ecuador war.“

Auch die von der Prüfungsordnung vorgesehenen Praxisbesuche hat der Dozent dort im Block umgesetzt. Jede Schülerin musste eine Aktivität für den Morgenkreis planen, vorbereiten, durchführen und anschließend mit ihrem Lehrer und der dortigen Anleiterin reflektieren. „Ich war daher jeden Vormittag im Kindergarten und habe die pädagogische Arbeit vor Ort kennen gelernt und die Auszubildenden beobachtet“, erzählt Mohr, „anschließend haben wir uns zusammengesetzt, Erfahrungen ausgewertet und offene Fragen besprochen. Die fünf Praktikantinnen aus Reutlingen machen das ganz hervorragend, trotz der vielen Hürden durch die spanische Fremdsprache.“ Im dortigen Kindergarten gehört es zur Konzeption, dass grundsätzlich pädagogische Fachkräfte aus Ecuador und aus Deutschland zusammenarbeiten. Jede Kindergartengruppe hat eine deutschsprachige Erzieherin. Denn für die sprachliche Förderung der Kinder wurde die sogenannte Immersionsmethode eingeführt, das heißt die zu lernende Sprache wird in der Kita konsequent neben der Erstsprache als Alltagssprache verwendet. „Die jeweilige Fachkraft spricht also das Kind ausschließlich in ihrer Muttersprache an und ermutigt das Kind, in dieser Sprache zu antworten“, erläutert Mohr, „damit wird das Grundprinzip "eine Person - eine Sprache" erfüllt und es kommt zu keinen Sprachvermischungen.“

Der gesamte Bericht kann als pdf-Datei heruntergeladen werden.

Im Außenbereich des deutschen Kindergartens in Cuenca/Ecuador treffen sich die Kinder in ihren Gruppen zum Abschlusskreis vor den Osterfeiertagen.
Selfie vor dem Logo des deutschen Kindergartens in Cuenca/Ecuador: die angehenden Erzieherinnen Victoria, Sophia, Isabel, Madita und Sina mit ihrem betreuenden Lehrer Martin Mohr von der Evangelischen Fachschule Reutlingen.