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5 gute Gründe

Was verdient eine Erzieherin / ein Erzieher?

Die Verdienstmöglichkeiten unterscheiden sich je nach Berufserfahrung und Aufgaben. Leitungskräfte bekommen mehr. Die Vergütung erfolgt meistens nach dem Tarifvertrag des Öffentlichen Dienstes (TVöD/SuE), nicht nur in kommunalen Kitas, sondern auch bei privaten und kirchlichen Trägern.

Das Einstiegsgehalt als sogenannte Zweitkraft (Entgeltgruppe S7, Stufe 2) beträgt derzeit 2.956 Euro und steigt bis 3.733 Euro. Als Erzieherin in offenen Konzepten oder als Gruppenleitung (Entgeltgruppe S8a, Stufe 2) beträgt es 3.036 Euro und steigt bis 3.855 Euro, bei langjähriger Leitungstätigkeit bis 4.500 Euro (Stand: März 2020).

Bei kirchlichen Trägern erfolgt die Eingruppierung für Absolventinnen und Absolventen der Erzieherausbildung in der Regel nach der höheren Entgeltgruppe S8a, Stufe 2.

Wie hoch ist die Ausbildungsvergütung?

In den ersten drei Jahren liegt der Schwerpunkt der klassischen Ausbildung in der Schule, daher gibt es keine Vergütung (aber einen Vollzuschuss vom Staat, siehe "BAföG" unten).

Im vierten Jahr der Ausbildung (Berufspraktikum) beträgt der Verdienst 1.602 Euro (brutto). Die Ausbildungsvergütung entspricht dem Ausbildungstarif des öffentlichen Dienstes (Stand: März 2020).

Geld gibt's von Anfang an: BAföG

BAföG

Während der Ausbildung sind Ausbildungsbeihilfen (BAföG) möglich - alle genannten Beträge Stand August 2020 ohne Gewähr:

  • Schüler-BAföG = Vollzuschuss (muss nicht zurückgezahlt werden)
    Schüler-BAföG fürs Berufskolleg wird nur sehr eingeschränkt bewilligt, vor allem bei Wegzeiten zur Fachschule mit mehr als zwei  Stunden und wenn es keine nähergelegene Fachschule gibt. Wenn Schüler-BAföG bewilligt wird, liegt der Zuschuss bei 243 Euro, wenn man bei den Eltern wohnt, und kann auf 580 Euro steigen, wenn man aus zwingenden Gründen nicht mehr zu Hause wohnen kann.
    https://www.bafög.de

  • Aufstiegs-BAföG (hieß früher: Meister-BAföG) = 783 Euro Vollzuschuss (muss nicht zurückgezahlt werden)
    Das Aufstiegs-BAföG gilt für die klassische Erzieherausbildung ab dem Unterkurs und ist unabhängig vom Einkommen der Eltern. Es zählt das Einkommen/Vermögen des Antragstellers.
    Vermögensfreibetrag: 45.000 Euro  |  Einkommensfreibetrag: 450 Euro

    Bei eigenem Krankenversicherungsbeitrag kann sich der Vollzuschuss noch um bis zu 109.- Euro erhöhen, also insgesamt 892.- Euro.

    Verheiratete erhalten zusätzlich 235 Euro Vollzuschuss pro Monat.

    Zusätzliches Geld gibt es für Kinder und für Kinderbetreuung bei Alleinerziehenden:
    235 Euro je Kind/Monat als Vollzuschuss. Alleinerziehende erhalten darüber hinaus 150 Euro pro Monat als Zuschuss für Kinderbetreuung pro Kind bis zum Alter von 14 Jahren.

    Außerdem wird das Schulgeld („Maßnahmebeitrag“) mit 50% bezuschusst, 50% können als Darlehen beantragt werden; bei Bestehen der Prüfung wird 50% des Darlehens erlassen.

    https://www.aufstiegs-bafoeg.de/

Man kann entweder Schüler-BAföG oder Aufstiegs-BAföG beantragen, nicht beides gleichzeitig.
Über Näheres informieren die zuständigen Landratsämter. Dort gibt es auch die Formulare für den Antrag auf BAföG.

Erzieherin/Erzieher: Beruf mit Zukunft

Erzieherinnen und Erzieher werden auch in Zukunft dringend gesucht, schreibt DER TAGESSPIEGEL am 22.Juni 2018: „In Deutschland werden bis zum Jahr 2025 mehr als 300.000 Erzieherinnen und Erzieher fehlen. Das geht aus der neuen Auflage des Nationalen Bildungsberichts hervor. Insgesamt würden bis 2025 sogar bis zu 583.000 neue Erzieherinnen und Erzieher gebraucht, heißt es in dem Bericht. 171.000 davon müssen in Rente gehende Erzieherinnen ersetzen. 36 000 werden wegen der steigenden Geburtenrate gebraucht, 106.000, um die steigenden Elternwünsche zu erfüllen. Um den Personalschlüssel in den Kitas zu verbessern, seien weitere bis zu 270.000 Erzieherinnen und Erzieher nötig. Die Forscher erwarten, dass bis dahin aber überhaupt nur 274.000 Nachwuchskräfte neu in den Beruf eintreten, womit eine Lücke von eben 309.000 Fachkräften entsteht.

Dass sich der Kita-Besuch für Kinder lohnt, geht aus dem Bildungsbericht jedenfalls auch hervor. So hätten Kinder, die länger als zwei Jahre eine Kindertageseinrichtung besuchen, bei Schulbeginn „signifikant“ höhere Kompetenzen in den Bereichen Lesen und Rechnen.“

https://www.tagesspiegel.de/wissen/nationaler-bildungsbericht-in-deutschland-fehlen-hunderttausende-erzieher/22719474.html

Im Nationalen Bildungsbericht wird festgehalten:

  • Immer mehr Kinder nutzen immer früher in ihrem Leben Kindertagesbetreuungsangebote
  • Ausbau der Kindertagesbetreuung setzt sich weiter fort und betrifft nicht mehr nur Angebote für unter 3-Jährige, sondern seit 2013 auch wieder die Angebote für Kinder ab 3 Jahren.
  • Trotz des starken Personalzuwachses in den vergangenen Jahre besteht eine Personallücke von rund 300.000 pädagogischen Fachkräften.

https://www.kmk.org/presse/pressearchiv/mitteilung/bildungsbericht-2018-in-berlin-vorgestellt-bmbf-und-kmk-sind-sich-einig-bildung-lohnt-sich-fuer-j.html

--> Die Erzieherausbildung führt in ein gefragtes Berufsfeld mit vielen Chancen und Aufstiegsmöglichkeiten.